BIENNALE 2016: HOW TO MAKE… AN EXHIBITION – PART 2

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, beim Geld!

Wie Patricia im ersten Teil unseres Making-of-Blogs bereits erzählt hat, stand irgendwann das Konzept fest, und die Frage der Finanzierung im Raum. Also ran an die Telefone und die Tastaturen! Jeder aus dem Team wählte und tippte sich die Finger wund. Erstes Ergebnis, ein kleiner Betrag von einem großen Hersteller.

– Alle so: naja…

…das reicht natürlich bei weitem nicht aus!

Kurze Zeit später hatte eine Kollegin aber auch schon den ersten richtig dicken Fisch an der Angel, nach zahlreichen, wenn auch freundlichen Absagen, ein Lichtblick, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Materialsponsoring von RZB. Unsere Sponsorenmappe wurde angepasst, verschickt und wieder telefoniert, dann endlich, die Zusage! RZB stellt die gesamte Lichttechnik für unsere Installation zur Verfügung.

– Juchu!

Ein großer Posten war damit vom Tisch!

Der Zusage folgte ein Besuch von Herrn B. – dem Verkaufsleiter der Rudolf Zimmermann, Bamberg GmbH. Eine Woche später kamen auch schon die Pakete im Büro an und das große Tüfteln ging los. Wie geht das Licht an, welchen Trafo brauchen wir, wie lang kann eine LED-Strecke sein? Aber auch diese Fragen ließen sich schnell lösen. Trotzdem war es ein bisschen wie Weihnachten, als die Strips das erste Mal leuchteten!

Vom Geld zurück zum Konzept. Wir wollen ja unsere Projekte zeigen.

Wie macht man das am besten? Das Problem mit der Ausstellung von Architektur ist ja immer, dass das Gebäude nur schwer im Original ausgestellt werden kann. Als Alternative bleibt dann im Normalfall ein  Modell, ein Foto oder eine Zeichnung. Das alles ist irgendwie …boring! Unsere Kreativität war bei diesen Vorstellungen jedenfalls leicht unterfordert.

Die Lösung: Wir bauen Guckkästen! Ein Medium, dass es seit der Entdeckung der Gesetzte der Perspektive gibt, also seit der Renaissance. Alte Technik mit modernen Mitteln, das passt zu uns wie die Faust aufs Auge!

Also, Bilder entzerren, drucken und in den Kästen in Layern anordnen, reinschauen, überprüfen, anpassen, noch mal ändern und von vorn. Trial und Error.

Um das Lichkonzept jedes Guckkastens zu überprüfen, installierten wir in unserem Büroschrank ein kleines Biennale LAB. Jeder Kasten wurde mit den Leuchten von RZB ausgeleuchtet und die Deckel teilweise abgeklebt, um das beste Licht-Szenario zu kreieren. Dabei stellten wir fest, dass die Lichtfarbe die Farbigkeit der Projekte verfälschte, also mussten Farbfilter her. Zum Glück stellte auch das kein großes Hindernis dar. Wir sind ja vernetzt. Also rauf aufs Rad und zu Electric-Sun, wo ein Freund von mir arbeitet und noch mal schnell eine Fortbildung zum Thema Lichttemperatur mitgenommen.

So, nur wohin jetzt mit den schönen blauen Farbfiltern? Manchmal ist so ein Herrenrad schon von Vorteil, zwei Spanngurte gab es gratis zu der Folie und ich konnte mit dem Rad und der Ladung zurück zum Büro düsen.

Irgendwann waren unsere 15 Boxen endlich fertig und wurden von messenger, unseren Lieblingskurieren, abgeholt.

Vermutlich schaukeln sie in dieser Minute in einer der zahlreichen Gondeln über den Canale Grande Richtung Palazzo Mora.

Was zeitgleich in Polen geschah und was das mit uns und Venedig zu tun hat, verraten wir Euch in unserem nächsten Blogbeitrag.

Hier noch einmal die Fakten:

Macht euch auf den Weg und kommt zu uns ins SEHWland!

Wir freuen uns auf euch!

LK

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