Mikrowohnen Ausstellung im Stilwerk Berlin

Downsizing heißt das Stichwort der Stunde. Eine Mercedes S-Klasse mit Vierzylindermotor? Lange undenkbar, heute in Serie. Ein leistungsfähiger Computer steckt heute in jeder Hosentasche. Das erste deutsche Institut für Großrechner in Darmstadt, das wir vor einigen Jahren umgebaut und erweitert haben, verfügte in den sechziger Jahren über eine riesige Halle für einen Rechner, der heute viel zu langsam für jede noch so simple Anwendung wäre. Ein Kleinwagen von Aston Martin? Haben wir bei James Bond noch nicht gesehen, aber auf den Straßen. Diese werden in den Städten auch zurückgebaut. Weniger Energieverbrauch, weniger Versiegelung, weniger Fußabdruck, alles soll kleiner werden. Und was nicht kleiner geht, wird eben geteilt. Carsharing, Desksharing, Apartmentsharing usw…

Alles? Immerhin ist der Pro-Kopf-Wohnraum in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gestiegen und liegt mittlerweile bei 46 m². Zum Vergleich: 1900 waren es noch 14 m² und erst in den Nullerjahren des neuen Jahrhunderts stieg die Marke auf über 40 m². Dabei planen wir gerade ein Apartmenthaus für die modernen urbanen Nomaden, die mit 17 m² auskommen müssen.

Woran das liegt, dass es hier so divergierende Trends und Strömungen gibt? An der Zielgruppe. Oder besser gesagt an der Veränderung der Zielgruppe. Es gibt sie kaum noch, die lineare Biografie, die wir aus der Industriegesellschaft kennen. Heute herrscht Zickzack-Kurs statt Vorbestimmung, nach der Jugend kommt nicht mehr schnödes Erwachsensein, sondern die Post-Adoleszenz, die bei manchen nach dem zweiten, dritten, vierten Aufbruch statt in den Ruhestand in den Unruhestand führt. Der Mensch erfindet oder designt sich heute in jeder Lebensphase neu. Und braucht dafür neuen Raum.

Initiiert von minimum einrichten haben wir ein Produkt für Microliving entwickelt: min win. min win ist wie ein Schweizer Taschenmesser: min win ist Kompaktheit, Multifunktionalität, minimaler Flächenbedarf, maximale Ausnutzung und maximale Raumqualität. Keine Studentenbude, keine Business-WG, keine Seniorenwohnung, sondern alles in einem. Und weil uns Mononutzungen zu langweilig sind und sie unsere Städte nicht gerade liebens- und lebenswerter machen, haben wir kein Apartment entwickelt, sondern eine Stadt in der Stadt. Privatheit und Rückzug, Öffentlichkeit, Treffpunkte, Arbeiten … min win feiert, kocht, spielt, kickert. min win verbindet!

Und mehr wollen wir an dieser Stelle gar nicht verraten. min win wird am Donnerstag, den 09.06.2016 um 19.00 im Stilwerk in der Kantstraße präsentiert. Und das Ziel ist natürlich, es irgendwann gebaut im städtischen Kontext präsentieren zu können. Interessenten gibt es schon. Die Zielgruppe verändert sich eben!

XE

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