Grün gegen die vorherrschende kognitive Dissonanz

ein Impulsvortrag von Prof. Xaver Egger für den Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft

Grün ist nicht länger nur Farbe oder ökologische Haltung, sondern das Schlagwort der Stunde, wenn es um die Entwicklung und Gestaltung von Quartieren und Gebäuden geht. Aber was genau kann das sein? Worin liegen die Herausforderungen, die Potenziale, Grenzen, Perspektiven?

Prof. Xaver Egger hat sich in einem Impulsvortrag für den Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI am 04.11.2019 in der Stadtwerft am Hafenplatz diesem Themenkomplex angenommen. Der Ort spitzt die Themen zusätzlich zu: eine vernachlässigte bauliche Großform der Siebziger Jahre mit viel sozialem Sprengstoff, die nun mithilfe von grün transformiert werden soll zu einem zukunftsfähigen durchmischten Quartier.

Kann das funktionieren? Xaver Egger gießt zunächst Wasser in den Wein, indem er postuliert, dass Pflanzen und Gebäude per se eher schlecht zusammengehen, ist ersteres in seinem Wachstum nicht beherrschbar, während wir zweiteres natürlich beherrschbar haben möchten. Es werden dann aber eine Vielzahl von Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Miteinander von Mensch und Natur in der Stadt funktionieren kann, Stichworte wie Bioökonomie, urbane Landwirtschaft, Pflanzen als Technologieträger sowie als Energie- und Rohstoffquellen oder Gedanken zur postfossilen Stadt im Ökokapitalismus zeigen, wohin die Reise gehen kann.

Urlaub ist anders, das hier wird eher eine Bildungsreise mit beschwerlichen Etappen. Aber dass wir uns zur Rettung unseres Lebensraums auf den Weg machen müssen, wissen wir spätestens seit der ersten Ölkrise vor über 40 Jahren. Und vielleicht hilft ja grün gegen die vorherrschende kognitive Dissonanz.

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