SEHW wird Pate

Als die AIT anrief und uns fragte, ob wir Interesse daran hätten, im Rahmen einer Roadshow mit Object Carpet eine Patenschaft für ein junges hippes Büro zu übernehmen, waren wir schnell Feuer und Flamme. Was das genau bedeuten würde, konnte sich aber keiner so recht vorstellen. Erstmal ging es darum, ein Büro zu benennen und da fiel die Wahl schnell auf LXSY. Der unaussprechliche Name aus vier Buchstaben war dabei nicht, wie man vielleicht denken könnte der entscheidende Faktor. LXSY machen nachhaltige, kreative Entwürfe, die den Geschmack von SEHW genau treffen.

Umso gespannter waren wir, wie sie die von uns gestellte Aufgabe „Patchworking – Stadt als Möglichkeitsraum“ lösen würden. Wir wurden nicht enttäuscht. Der Entwurf unseres Patenbüros nahm den Sozialraum der Potsdamer Straße unter die Lupe und das Ergebnis konnte sich zwischen den anderen Entwürfen gut sehen lassen.

Präsentiert wurden die Entwürfe an mehreren Stationen in Deutschland im Rahmen einer Roadshow. In Berlin bildeten wir mit unseren Patenkindern zusammen mit Eike Becker und seinem Patenbüro Meyer-Grohbrügge & Chermayeff und Jan Störmer mit seinem Patenbüro LYRA ein spannendes Podium, es wurde leidenschaftlich diskutiert über die Rolle des Architekten damals wie heute.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Spannende Vorträge und anregende Diskussionen und zahlreiche Besucher. Interessant waren dabei nicht nur die Arbeiten der jungen Architekten, sondern auch die Rückschau: „Wo stand SEHW vor 10 Jahren und wo sind wir heute?“, „Was hat sich geändert, was ist gleich geblieben?“ Die Veranstalter hatten uns um vier Meilensteine gebeten. Das bedeutete ein Reflektieren, ein bewusstes nach Hinten Schauen und Bewerten. War unser erstes Projekt ein Meilenstein? Sicher, denn es hat die Weiche gestellt. Ab dem Punkt waren wir Planer für die Öffentliche Hand, für Forschung und Lehre und für Umbau im Denkmalschutz. Da konnten wir sagen: „Schaut her, das haben wir schon einmal so gemacht!“

Der nächste Meilenstein: Der Beitrag zur Architekturbiennale 2016 in Venedig? Ja, auch das muss man so sagen! Die Atmosphäre und die Möglichkeit, sich an diesem besonderen Ort künstlerisch architektonisch mit den aktuellen Fragen unserer Zeit auseinander zu setzen, das hat schon etwas Euphorisierendes.

Und dann haben wir kürzlich mehrere Auszeichnungen für unsere Arbeit erhalten, natürlich ist das auch ein Meilenstein. Aber was ist mit den ganzen Ereignissen, die nun nicht erwähnt sind? Der erste Bau im Ausland? Der erste Wettbewerbsgewinn? Die erste Niederlassung?

 

Neben der Rückschau und einer Hierarchisierung der vergangenen Ereignisse, was hat die Roadshow noch an Mehrwert für uns gebracht? Einen Blickwechsel vielleicht? Wie ist es, wenn man heute am Anfang der eigenen Bürogeschichte steht? Bedingt durch die VgV-Regularien ist es für junge Büros in der Architektur besonders schwer Fuß zu fassen. Oft muss man ja im besten Fall schon drei Schulen gebaut haben um sich auf die nächste zu bewerben. Anders ist das nach Aussagen unseres Kollegen Florent in Frankreich. Dort ist es gängige Praxis, dass sich etablierte Büros Nachwuchstalente zur Wettbewerbsbearbeitung ins Boot holen. Fehlt uns in Deutschland diese Kultur der Nachwuchsförderung? Ja, definitiv! Und wir wollen das ändern.

Wir freuen uns auf spannenden Kooperationen mit unseren Patenkindern!

LK

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